Selbst-WERT. Das teuerste Wort das du nie ausgesprochen hast.

Kennst du das Gefühl wenn jemand fragt: „Was kostet das?“ – und du innerlich zusammenzuckst?

Nicht weil du es nicht weißt. Sondern weil du dir nicht sicher bist ob du es sagen darfst.

Ich kenne es. Sehr gut. Und ich bin damit nicht allein.

Wir sind soziale Wesen und das hat seinen Preis

Frauen wählen soziale Berufe. Nicht weil sie dazu gezwungen werden sondern weil Empathie, Fürsorge und das echte Interesse an Menschen Teil von uns ist. Man denke an die Frauenquote in sozialen Berufen wie Pflege & Pädagogik. Branchen die von Frauen* getragen werden. Und Branchen die chronisch unterbezahlt sind.

Kein Zufall.

Wer anderen helfen will, tut sich schwer damit, dafür einen hohen Preis zu verlangen. Das fühlt sich widersprüchlich an. Fast unmoralisch. Ich helfe doch gerne – wie kann ich dafür so viel nehmen?

Aber genau hier liegt der Denkfehler.

Die Künstlerin und das leere Portemonnaie

Als (auch) freischaffende Künstlerin kenne ich das Problem aus einer besonders spitzen Ecke.

Kunst bepreisen ist schon für sich eine Übung in Selbstwert. Was ist ein Bild wert? Was sind die Stunden an kreativ-künstlerischen Denkens und Schaffens wert? Was sind Jahre an Erfahrungen, und Technik verfeinern sowie unser Scheitern wert? Das Stück Seele, das ein Künstler in seine Arbeit mit einfließen lässt.

Und dann kommt jemand mit strahlendem Lächeln, einem herzerwärmenden Projekt und null Budget.

„Aber es wäre so schön wenn du das machen könntest. Ich mag deine Arbeit und du machst das doch so gerne.“

Ja. Ich mache es gerne. Und trotzdem muss ich davon leben.

Wie oft hab ich dann doch etwas gemacht. Weil ich es gern gemacht habe. Weil der Mensch nett war. Weil man helfen möchte. Weil man dafür ja zumindest Prestige ernten kann… Und am Ende hat man ein schweißtreibend abgeschlossenes Projekt, einen feuchten Händedruck und nichts auf dem Konto.

Was das mit Selbstwert zu tun hat?

Ganz direkt: Alles.

Dein Preis ist kein Zufallswert. Er ist ein Spiegel. Er zeigt was du glaubst was du wert bist. Nicht was du wirklich wert bist – was du glaubst wert zu sein.

Und bei vielen Frauen die ich kenne – so wie bei mir selbst, war dieser Spiegel lange Zeit verzerrt.

Zu klein. Zu bescheiden. Zu sehr darauf ausgerichtet, dem anderen entgegenzukommen. Keine Reibung zu erzeugen. Peoplepleaser eben.

Ich sage es Gründerinnen und Unternehmerinnen die zu mir kommen immer wieder:

Rechne auf deinen Preis nochmal 20% drauf. Dann kommst du näher an deinen echten Wert heran.

Nicht weil Preise willkürlich sein sollen. Sondern weil die meisten Frauen ihren Ausgangspreis bereits um mindestens 20% zu niedrig angesetzt haben. Unbewusst, automatisch, aus dem Reflex heraus bloß niemanden zu verschrecken und angenehm aufzufallen.

Der Moment der Klarheit

Es gibt diesen Moment – und vielleicht kennst du ihn – wo du erfährst was jemand anderes für dieselbe Leistung verlangt.

Und du denkst: WAS? WTF?!

Nicht weil der/die andere zu viel verlangt. Sondern weil du plötzlich siehst wie weit du dich unter Wert verkauft hast.

Das tut weh. Kurz. Und dann ist es eine der wertvollsten Erkenntnisse die du haben kannst.

Was du heute tun kannst

Öffne deine Preisliste. Oder dein letztes Angebot. Oder den Betrag den du im Kopf hattest als du das letzte Mal gefragt wurdest.

Und frage dich ehrlich:

Habe ich diesen Preis gewählt oder habe ich ihn mir erlaubt?

Es gibt einen Unterschied. Einen großen.

Einen Preis wählen heißt: du hast kalkuliert, überlegt, verglichen.

Einen Preis sich erlauben heißt: du hast dir selbst die Erlaubnis gegeben, diesen Wert zu vertreten. Laut. Nach außen. Ohne dich dafür zu entschuldigen.

Das Zweite ist das Schwerere. Und das Wichtigere.

*mir ist bewusst, dass diese Berufe auch von Männern und dem gesamten Regenbogen getragen werden. Jedoch spreche ich mit meinem Blog primär Frauen an und um den Lesefluss zu erleichtern beschränke ich mich hier auf die weibliche Form.

Cynthia begleitet Gründerinnen und Unternehmerinnen beim Aufbau ihres digitalen Auftritts – mit echten Bildern, durchdachten Websites und dem Mut, sichtbar zu werden.